🌿 Resiliente Eltern, starke Kinder – warum innere Stärke die Basis für eine gesunde Familie ist
- Ulli G.
- 31. Okt.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 10. Nov.
Wie resiliente Eltern ihre Kinder stark machen
Wenn wir Eltern werden, kommt vieles in Bewegung. Unser Alltag verändert sich von einem Tag auf den anderen – plötzlich sind wir rund um die Uhr gefragt, und ein kleiner Mensch zeigt uns sehr deutlich, was er braucht. Schlaflose Nächte, ständiges Geben, das Gefühl, nicht mehr zu wissen, was man selbst braucht – all das ist normal. Aber es kann auch überfordern, besonders dann, wenn wir selbst aus einem unsicheren oder belasteten Familiensystem kommen.
Genau hier kann Resilienz für Eltern ein wertvoller Schlüssel sein.
Resilienz bedeutet innere Widerstandskraft – die Fähigkeit, in schwierigen Momenten ruhig, handlungsfähig und verbunden zu bleiben. Sie hilft uns, nicht in alten Mustern zu reagieren, sondern bewusst zu entscheiden, wie wir in Beziehung gehen wollen – mit uns selbst, unseren Kindern und unseren Mitmenschen.
Das Schöne daran: Resilienz ist lernbar.
Sie ist keine angeborene Eigenschaft, sondern eine Haltung, die wir Schritt für Schritt entwickeln können. Wir stärken sie, wenn wir uns um unsere eigenen psychischen Grundbedürfnisse kümmern – nach Bindung, Selbstwert, Orientierung und innerer Stimmigkeit – und lernen, gut für uns zu sorgen.
Die sogenannten „7 Säulen der Resilienz“ bieten dabei eine wunderbare Orientierung:
Optimismus: das Gute sehen und den Blick bewusst darauf lenken.
Akzeptanz: annehmen, was gerade ist – ohne zu kämpfen.
Lösungsorientierung: den Fokus auf das legen, was möglich ist.
Verantwortung: erkennen, was in meiner Macht liegt – und handeln.
Selbstwirksamkeit: erleben, dass ich etwas verändern kann.
Netzwerkorientierung: Menschen um mich, die tragen.
Zukunftsplanung: kleine, machbare Schritte in eine gute Richtung.
Wenn wir beginnen, diese Säulen in unseren Familienalltag einzubauen, verändert sich etwas.Wir reagieren nicht mehr automatisch, sondern bewusster. Wir können innehalten, bevor wir laut werden. Wir schaffen kleine Momente für uns, bitten um Unterstützung, atmen, lachen, vergeben.
Resiliente Eltern sind keine perfekten Eltern – sie sind verbundene Eltern. Sie spüren ihre Grenzen, übernehmen Verantwortung für ihr Handeln und zeigen ihren Kindern, dass es in Ordnung ist, Fehler zu machen und wieder aufzustehen. Und genau das macht Kinder stark.
Denn Kinder lernen nicht durch Worte, sondern durch das, was sie bei uns sehen. Wenn wir mit uns selbst mitfühlend umgehen, wenn wir nach einem Streit aufrichtig um Verzeihung bitten, wenn wir unsere Bedürfnisse ernst nehmen – dann lernen sie, das Gleiche zu tun.
Resilienz beginnt bei uns. Und sie wächst – jedes Mal, wenn wir innehalten, atmen, fühlen und neu wählen.

🌿 Praktische Tools für den Alltag
Hier ein paar kleine Schritte, die du direkt in deinen Familienalltag integrieren kannst – um deine innere Stärke zu fördern und Resilienz im Alltag zu leben:
1. 90-Sekunden-Regel bei Wut:
Wenn dich Wut überrollt – atme bewusst, spür deine Füße am Boden und erinnere dich: Jede Emotion ist ein biochemischer Prozess, der etwa 90 Sekunden dauert. Du musst sie nicht wegmachen – nur halten, bis sie abebbt. Erst danach handeln.
2. Kleine Inseln für dich:
Plane täglich 5–10 Minuten nur für dich ein. Kein Handy, kein „schnell noch etwas erledigen“. Ein Atemzug am offenen Fenster, eine Tasse Tee in Ruhe, ein Spaziergang ums Haus. Kleine Momente der Selbstregulation verändern deinen Tag.
3. Sprache, die verbindet Versuche, bei dir zu bleiben – statt „Du machst mich wahnsinnig“ lieber:
„Ich merke, ich bin gerade überfordert.“ So bleibst du in Beziehung, ohne zu verletzen.
4. Netzwerk pflegen:
Wir sind nicht dafür gemacht, alles alleine zu tragen. Sprich mit Freund:innen, Nachbar:innen oder Familie darüber, was du brauchst. Fragen wie „Kannst du morgen kurz mitkommen?“ oder „Magst du die Kinder kurz nehmen?“ sind kein Zeichen von Schwäche – sondern von Selbstfürsorge und gelebter Resilienz für Eltern.
5. Perspektivenwechsel:
Wenn der Tag lang ist, erinnere dich: Dieser Moment ist nicht für immer. Dein Kind wächst – und du mit ihm. Manchmal hilft es, sich die Zukunft vorzustellen: ein Morgen, an dem du wieder ruhig frühstückst. Das gibt Kraft für das Jetzt.
Fazit: Resilienz bedeutet nicht, immer stark zu sein. Es bedeutet, immer wieder zu dir zurückzufinden – mitten im Chaos, mitten im Lärm, mitten im Leben.
Wenn du das tust, lernen deine Kinder etwas ganz Wesentliches: Dass man sich auch in stürmischen Zeiten sicher fühlen kann.
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